Pulp Fishing Burger

Gerade begann ich mit dem Kitchen Climbing zum säubern meines Küchenlabors. Der Grund der Säuberungsaktion bestand darin das ich eine neue Kuchenglasur ausprobierte. Wie ich im Schlussspurt war, schoss mir der Inhalt meines Rundkolbens durch die Gegend und versaute mir die Küche mit einem hellen rosa Glibberzeug.

Als ich im Küchensteilhang mit Hängekastenübersprung bei der dritten Seillänge hing, schellte es an meiner Labortür. Sofort begann ich mit der Abseilaktion und ohne durch den Spion zu sehen öffnete ich die Schleuse.

Wie die Labortür sich öffnete traute ich meinen Augen kaum. Vincent Vega und Jules Winnfield inklusive Koffer standen mit schwarzen Anzügen vor mir. Meine frische Kletterbräune wich sofort einem fahlen Grau. Zwei Auftragskiller in meinen heiligen Hallen… hatte ich Feinde ?? Habe ich einen Auftrag nicht erfüllt ?? Hat es jemanden nicht geschmeckt ??? Fragen über fragen und mein Mund stand weiter offen als die Labortür. Bevor ich allerdings nur einen Pips raus brachte sagte Vincent Vega mit tiefer bedrohlicher Stimme „Mach uns den Pulp Fishing Burger. Du hast drei Tage Zeit !“. Beide verschwanden rückwärts durch ein grelles Licht und ein schallender Laut zerfetzte mein Gehirn. Schreiend sprang ich auf und stand mitten in meinem Bett, der Wecker tat auf rührender Art und Weise seine Pflicht.

Alles nur ein Traum! In meinem Schlafzimmer war kein Vincent und auch kein Jules und schon gar kein Koffer. Mit meinem Morgenmantel angezogen ging ich erst einmal in die Küche und begrüßte Mareike. Mareike ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ohne sie könnte ich mir keinen guten Morgen vorstellen. „Mareike, guten Morgen meine Liebe!“ Es kam keine Antwort. „Mareike ?!?!?“ Da sah ich das es bei Ihr noch finster war. Die Betätigung eines Schalters brachte Abhilfe. Schon wurde alles bunt und fröhlich und eine wohl klingende Stimme sagte in einem netten Tonfall: „Einen wunderschönen guten Morgen!“. „Mareike, kannst Du mir bitte einen Cappuccino mit extra Milchschaum machen.“ Die Antwort war „sehr gerne“ und ein rumpeln und rauschen ging durch Mareike und bald wurde mir, von meiner lieben Kaffeemaschine, der beste Cappuccino serviert. Wie ich so in meinen Morgenmantel da saß und meinen Cappuccino schlürfte ließ mich der Gedanke an dem Pulp Fishing Burger nicht los. Einen Fisch Burger im Stil der 70iger Jahre. Bunt, Hippie und außergewöhnlich. So sollte die Zusammensetzung sein… und vor allem etwas mit Fisch. Das war ja der Auftrag. Beim Schlürfen des Milchschaums überlegte ich mir ein Konzept wie man das am besten umsetzen könnte. Bunt, im 70iger Retro Look… hmm,.. den Bun könnte ich mit Rote Beete Saft färben. Damit würde er eine schöne Purpur Farbe bekommen. Dazwischen noch ein Wels Filet, etwas Salat, für den Grün Touch eine Avocadocreme…. Hmm. Mein Gehirn ratterte genauso wie Mareike bei der Zubereitung des Kaffees. Voller Tatendrang schmiss ich meinen Morgenmantel in die Ecke und streifte mir den Laborkittel über. Drei Tage Zeit den besten Burger der 70iger Jahre zu kreieren. Mit den Bun fing ich an. Die Idee das Brötchen mit Rote Beete Saft zu färben gefiel mir gut. Also nahm ich folgende Zutaten und experimentierte damit rum:

1/2 Würfel

Hefe

1 EL

Zucker

150 ml

Rote Beete Saft

400 g

Mehl

1 Prise

Salz

Den Rote Beete Saft erwärmen. Die Hefe mit dem Zucker und der Hälfte des Saftes in einer Schüssel auflösen. Das Mehl mit dem Salz in eine Rührschüssel geben. Das Hefegemisch hinzufügen und mit dem Knethaken verrühren. Soviel Saft hinzufügen dass es ein geschmeidiger Teig wird.

Den Teig für ca 1 Stunde an einem warmen Ort abgedeckt gehen lassen.

Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
Teig
in 6 gleich große Teile abstechen. Aus den Teigstücken jeweils einen Bun formen. Diese nochmals 10 Minuten gehen lassen. Anschließend im Backofen ca. 30 Minuten backen.

Der Bun glückte mir sehr gut. Als nächstes überlegte ich mir was für den Salat.. Einfach nur ein Blatt Eisbergsalat dazwischen klemmen war nicht so ganz der Style. Somit schnippselte, marinierte und experimentierte ich rum und fand dass folgender Salat optisch wie auch geschmacklich absolut dazu passte:

150 g

Rotkohl

1 Stück

Karotte

1/2 Stück

Sauren Apfel

1 EL

Salz

1 Stück

Saft einer Zitrone

Rotkohl, Karotte und Apfel in feine Streifen schneiden. In einer Schüssel mit dem Salz vermischen und ca. 15 Minuten ziehen lassen. Mit dem Saft der Zitrone marinieren.

So, und jetzt brauchte ich noch den Star. Den Fisch. Welcher Fisch sollte es sein, wie soll er zubereitet werden…. Fragen, fragen, fragen und nur noch einen Tag Zeit bis zur Vollendung des Burgers. Schön langsam kam ich ins Schwitzen. Was war, wenn es doch kein Traum war. Oder eine Vorhersehung und mein letztes Stündlein würde morgen schlagen da ich meinen Auftrag nicht erfüllte. Angstschweiß wurde unter meinem Laborkittel sichtbar.
Für den Fisch entschied ich mich für ein Wels Filet das nur mit Mandelblättchen verfeinert wird. Der Geschmacklich tolle Fisch harmoniert wunderbar mit den Mandeln.

6 Stück

Wels Filet

100 g

Mandelblättchen

1 EL

Öl

Die Welsfilets in die Mandelblättchen drücken und in einer heißen Pfanne mit dem Öl von beiden Seiten anbraten

So, schön langsam nahm der Burger Gestalt an. Jetzt nur noch die Soße und der erste Test konnte erfolgen. Jetzt hatte ich den bunten Bun, den tollen Salat und den wunderbaren Fisch. Es fehlte noch eine cremige Komponente, am besten in Grün. Eine Avocadosoße dazu wäre der Hammer.

In meiner Laborvorratskammer wühlte ich mich durch um folgende Zutaten zu finden:

1 Stück

Avocado

100 g

Joghurt

1 EL

Agavendicksaft

1 EL

Saft einer Zitrone

Salz

Pfeffer

Die Avocado halbieren, den Stein entfernen und mit einem Löffel das Fruchtfleisch raus löffeln. Mit den restlichen Zutaten in einem Becher mixen.

So, der erste Test konnte erfolgen. Den Testburger baute ich mir zusammen und kostete mein Werk. Fazit war: Der Burger schmeckte nicht schlecht. Allerdings ein bisschen langweilig…. Es fehlte noch was salziges und süßes. Da fiel mir ein das ich in meiner Laborvorratskammer noch eine Ananas und Bacon Scheiben gefunden habe. Flux spurtete ich wieder in meine Kammer um beides zu organisieren.

Natürlich musste der Speck Cross sein und was gibt es tolleres wie im Speck angebratene Ananasscheiben. Beides drapierte ich noch auf den Fisch und ein erneuter Test konnte erfolgte.

Nun, was soll ich sagen. Der Fischburger war der Hammer und alles pünktlich fertig.

Als Beilage entschloss ich mich Süßkartoffelsticks zu machen. Die passten nicht nur optisch gut dazu.

Zum Großen Finale machte ich nochmals alles neu. Vielleicht wurden ja Träume war und bevor ich mir großen Ärger einfange stellte ich am Abend in eine Wärmebox zwei „Pulp Fishing Burger“ vor meine Labortüre. Sollten die noch am nächsten Morgen da sein, ist es auch nicht schlimm. Nachdem ich alles fertig hatte säuberte ich mein Labor und fiel tot müde in mein Bett. Wissend das sich die zwei Burger vor der Labortüre befanden.

Die Nacht danach sprang ich mit einem Hops aus dem Bett. Meinen Morgenmantel schmiss ich mir mit Schwung über die Schultern und zwar so das er mit einem Platsch direkt hinter mir lag. Egal, Barfuß rannte ich die Treppe runter. Mit einem „Guten Morgen“ zu Markiere direkt an ihr vorbei und schnell zur Labortüre. Was soll ich sagen. Das was ich vorfand ließ mich kurz erschauern. Die beiden Burger waren weg. Bzw. bis auf ein paar Purpur Bröseln und etwas Restsoße. Die beiden machten ihr Versprechen war und besuchten mich erneut. Daneben lag der schwarze Koffer, dass Schloss geöffnet. Wie ich ihn aufmachte um zu sehen was sich darin befand sah ich einen Zettel daneben liegen. In Handschrift stand darauf: Danke, genau das was wir wollten! Und im Koffer war…. Mit einem leisen knarzen der Schlösser sah ich den Inhalt und ich glaubte es kaum. Im legendären Schwarzen Koffer befand sich… Das Original Rezept vom Big Kahuna Burger.

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