Mareike und die Pizza Muffin Rosen

Noch das letzte Rädchen an Mareike plazieren und schon sollte sie wieder funktionieren. Leider quittierte meine sprechende Kaffemaschine kurzfristig den Dienst. Okay, ich gebe es ja zu. Ein bisschen war ich auch schon schuld daran.

Meine Grundidee war, Mareike einfach mal Danke zu sagen. Also ließ ich mir etwas besonderes für meine Kaffeemaschine einfallen. Es sollte ein richtiges Special werden…. was es dann auch wurde…. unfreiwilliger Weise. Das besondere daran bestand ganz profaner Weise daraus, daß ich ihr Blumen schenken wollte. Oder genauer definiert Rosen. Es sollten aber Rosen aus meinem Labor werden. Die Voraussetzungen waren zum einem Duft, Originalität und der Geschmack. Somit musste ich mir etwas ganz besonderes einfallen lassen. Bei der ganzen Experimentierei kam ich auf die Idee PizzaRosen zu backen. Was gibt es schon tolleres an Duft und Geschmack wie Pizza…. und originell ist es obendrein.

Als Grundlage brauchte ich einen Hefeteig. 20 g frische Hefe wurden im warmen Wasser mit 1 EL Zucker aufgelöst. 350 g Mehl mit einer Prise Salz und dem Hefewasser wurden von der Küchenmaschine geknetet. Zu dem Teig gesellten sich noch 2 EL Olivenöl und so viel warmes Wasser bis der Teig geschmeidig wurde. An einem warmen Ort wurde die Schüssel mit einem Tuch abgedeckt so das der Teig ca 1 Stunde gehen konnte. Also, der blieb schon da… in der Schüssel… aber er vergrößerte sein Volumen um das Doppelte.

Die Zeit bis der Teig fertig war wurde genutzt um eine Soße zu machen. Hört sich komplizierter an als es ist. Wenn die Tomaten in meinem Laborgarten reif sind wird tagelang Passata eingekocht. Diese kann ich jetzt für die Soße nutzen. Für diese werden in etwa 200 ml benötigt. Es kommt noch eine Prise Pfeffer, 1 EL Sojasoße und 2 EL getrockneter Oregano dazu. Alles gut vermischen und bei Seite stellen.

Der Belag bzw das Innenleben der Pizzarosen sollte klassisch werden. Klassisch heißt Büffelmozzarella schnippseln, Schinken und Salami bereit stellen. Natürlich wird noch etwas Basilikum benötigt.

Als der Teig fertig aufgegangen ist, rollte ich diesen auf einem mit Mehl bestäubten Brett aus. Die Größe war ca 30 cm x 40 cm. Ach ja, Backofen vorheizen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze darf nicht vergessen werden und ein Muffinblech bereit stellen !!
Mein Teig lag ausgerollt vor mir. Darauf kam die Tomatensoße. Der Mozarella wurde darauf gestreut, Salami und Schinken gesellten sich auch noch mit dazu. Der Basilikum wurde klein gehackt und über den Belag gestreut. Der Teig wurde von der langen Seite aufgerollt und in ca 3 cm dicke Scheiben geschnitten. Die Scheiben in das vorbereitete Muffinblech legen und oben die Füllung etwas zum Rand drücken. Nicht dass der Teig durch den Messerschnitt zusammenklebt und die Rose beim Backen nicht aufgeht.

Das Muffinblech kommt für ca 20 – 25 Minuten in den Ofen. Durch das Backofenfenster kann ich mit ansehen wie die Blüten aufgehen. Sobald alles gebacken ist, kommen die Rosen aus dem Ofen und werden kurz zum Überkühlen stehen gelassen. Anschließend auf einem Teller anrichten.

So, jetzt kommt das Fatale an der Geschichte. Mit dem Teller voller Rosen stand ich vor Mareike und dankte ihr für den tollen morgendlichen Kaffee den sie mir jeden Tag zubereitet, die netten Konversationen die wir vollbringen – auch wenn ihr Sprachbegabung nur aus, „Guten Morgen!“, „Sehr gerne!“, „Hier der Kaffee!“ etc. besteht – und und und. Jedenfalls wurde Mareike schon etwas rötlich um den Filter… okay, es könnte auch der wunderbare Sonnenuntergang gewesen sein der sich auf ihren Edelstahl wiederspiegelte. Am Ende meiner Rede nahm ich eine Rose und aus lauter Dankbarkeit für ihre Dienste stopfte ich diese in ihr Mahlwerk. Was soll ich sagen. Sie begann sofort die Rose zu zerlegen. Nach ca 5 Sekunden fröhlichen mahlens vernahm ich ein Geräusch das sich anhörte als steigt man in einen Bottich mit lauter Heringen die schon 3 Tage in der Sonne lagen. Gott sei Dank war es nur das Geräusch und nicht der Geruch. Auf einmal fingen alle Lichter bei Mareike an wie wild zu blinken und dann plötzlich Totenstille. Panik und Hoffnungslosigkeit machten sich breit. Mareike wurde sofort in das Labor gebracht und ich fing an sie zu zerlegen und zu säubern. Hoffentlich hält sie so lange durch und ihre Programmierung kommt auch wieder zum starten…. So jetzt noch das letzte Rädchen platzieren, die Edelstahl Verkleidung wieder zusammenbauen und….. Einschalten. Vor diesen Augenblick habe ich am meisten Angst. Mareike könnte hinüber sein und ich brauche eine neue sprechende Kaffemaschine. Aber die Lichter fingen an zu blinken und die Stimme fing an zu sprechen: „Guten Tag, einen Kaffee ?? ….. Du Trottel!“ Danke Mareike, du lebst.

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