Drachenkuchen zum Kindergeburtstag

Im Moment sitze ich in meinem Labor und grüble vor mich hin. Meine Kaffeemaschine Mareike war so nett und machte mir einen Cappuccino. Denk das letzte Dilemma mit dem Pizza Muffin Rosen hat sie mir verziehen.
Grübel, Grübel. Meine Gedanken schweifen um den nächsten Auftrag. Einen Kindergeburtstag. Ich liebe Kindergeburtstage. Vor allem wenn der Auftraggeber genau weiß was er will. Meiner hat trotz seines zarten Alters von 4 Jahren eine genaue Vorstellung von seinem Kuchen. Einen Erdbeerkuchen mit Drachen. Konkreter geht es wohl kaum.

Also habe ich mich in mein Labor verzogen um über eine mögliche Motivtorte nachzudenken.

Die erste Überlegung gilt dem Tortenboden. Einen schweren Rührkuchen will ich mir ersparen. Es soll schließlich viel Erdbeercreme mit rein. Neben dem Drachen ist die Erdbeercreme das wichtigste am Auftrag.
Ein heller Biskuit scheint hier das optimale zu sein. Also ran an die Rührschüssel.
Für den Biskuitt heize ich als erstes den Backofen auf 170 Grad vor.
Ein bisschen einfach mache ich es mir schon und rühre folgende Zutaten auf einmal hellcremig. 5 Eier, 150 g Zucker, einer Prise Salz, Vanillezucker und den Abrieb einer Zitrone. Übrigens, mit hellcremig ist wirklich cremig gemeint. Sollte die Ansicht einen ereilen das es schon cremig genug ist, wird die Creme mit der Küchenmaschine oder Quirl noch weitere 10 Minuten geschlagen. Anschließend sollte das Ergebins wirklich cremig genug sein.
100 g Mehl mit 50 g Stärke werden abgewogen, verrührt und gesiebt. Die Mehl-Stärke Mischung auf die Eiercreme sieben und mit einem Teigspartel – in Fachkreisen auch Gummihund genannt – unter die Creme heben. Jetzt noch 35 g neutrales Öl vorsichtig unterrühren. Das Öl ist dafür da, dass der fertige Biskuit länger saftig bleibt. Eine Springform mit einem 26 cm Durchmesser lege ich mit Backpapier aus und der Biskuitteig kommt in die Form. Für ca 30 Minuten ab in den Backofen und anschließend auskühlen lassen.

Merken, merken und notieren. Darf nicht vergessen Cake Pops Stäbe einzubauen. Ansonsten sitzt der Drache nicht auf den Kuchen sondern im Kuchen…. Mein Auftraggeber wird von einer solchen Ausgestalltung sicher nicht begeistert sein…

Die Creme… mit Erdbeeren…. Hmmmm. Die Idee kommt ans Laufen und ich Renne in meinen Laborgarten und hole 300 Gramm meiner besten, aromatischsten Erdbeeren. Diese werden mit Zitronenabrieb und 2 EL Vanillezucker pürriert. In einer Tasse mit kaltem Wasser weiche ich 6 Blatt Gelatine ein. 350 g Quark, 350 g Joghurt, 50 gucker und das Beerenpürree wird miteinander cremig gerührt. Die Gelatine kommt zum auflösen in einem Topf. Diese mit einem Teil der Creme angleichen und danach alles in die restliche Creme rühren. Sobald die Gelatine anfängt seinen Dienst zu tun, werden 200 g Sahne halb steif geschlagen und unter die Creme gezogen.

Der Biskuitt ist soweit ausgekühlt das ich diesen 2x waagerecht durchschneiden kann. Um den untersten Boden kommt ein Tortenring und die Hälfte der Creme wird eingefüllt. Damit sich die Creme sich nicht durch den Tortenring verflüchtigt, wird der erste Teil für ca 15 Minuten in den Kühlschrank gestellt. Die zweite Schicht wird aufgetragen und mit einem Biskuitboden abgeschlossen. Den Kuchen in den Kühlschrank stellen. Man kann den Kuchen auch im Tiefkühler stellen und frosten. Somit kann man den Kuchen Tage vorher machen und hat am Ende keinen Zeitdruck.

Der Drache….. Teil 2 des Auftrages. Zu meiner experimentellen Schande muss ich gestehen das ich mir eine Anleitung aus dem Internet suche. Einen richtig schönen Fondantdrachen, easy zum nachbauen. Meine experimentelle Kreativität ereilt mich allerdings beim Vulkan, Sitzplatte, Steinen und dem Drachengras. Alles mit Fondant und Lebensmittelfarbe gebaut.

Die Torte muss jetzt finalisiert werden. Dafür schlage ich 200 Gramm Sahne mit Sahnesteif und 1 EL Zucker. Die Drachensitzplatte wird auf den Kuchen platziert und pro forma der Drache und der Vulkan darauf gestellt. Bei der Position der beiden schweren Figuren versenke ich jeweils 3 Stück CakePops Stäbe in den Kuchen. Diese auf die Höhe des Kuchens zurecht schneiden. Die Sahne streiche ich um den Kuchenrand und am Deckel in Struktur auf. Am Deckel allerdings nur bis zur Sitzplatte damit der Fondant nicht durchweicht. Das ganze wird mit Kokosflocken bestreut und anschließend dürfen die Figuren und das drum herum Platz nehmen.
Natürlich darf die Geburtstagskerze nicht fehlen.

Nochmals alles kühl stellen, einpacken in eine Thermo-Transport-Box und ab zum Auftraggeber.

Alles schon da, Mama, Papa, Omas und Opas sowie eine Horde Kinder.

Man kann sich gar nicht vorstellen wie groß Kinderaugen werden können wenn ein Auftrag zu 100 % geklappt hat bzw. erfüllt wurde. Gerade darf ich diese Erfahrung machen als der Geburtstagskuchen aufgetischt wird. Alles im allen ein voller Erfolg.

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